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Prof. Dr. Allinger referiert auf einer Tagung der Europäischen Akademie der Wissenschaften über Probleme der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.

Wie schwierig eine geplante Auslandsbehandlung trotz Patientenrichtlinie und EU-Verordnung 883/2004 ist, verdeutlichte Hanjo Allinger in seinem Vortrag auf der internationalen Konferenz "cross border health care in European regions" der European Academy of Arts and Science in Wien. Prominentester Tagungsteilnehmer der rund 30 geladenen Gesundheitsexperten war EU-Kommissar John Dalli.

Der europäische Patient sieht sich als ein Kunde von medizinischen Leistungs­erbringern, der den Behandlungsort nach individuellen Präferenzen frei wählen möchte: Bei stationären Behandlungen sind Patienten oft bereit, für eine bestmögliche Versorgung den länge­ren Weg ins Ausland in Kauf zu nehmen. Und in Grenzregionen sind nicht selten ausländische Fachärzte und Krankenhäuser schneller zu erreichen als inländische.

Trotz Europäischer Einigung steht diesem verständlichen Patientenwunsch häufig geltendes Recht entgegen. Hintergrund ist letztlich der Versuch, Mehrkosten für die heimische Versichertengemeinschaft durch Leistungsimporte zu vermeiden. In der Folge können Versicherungsnehmer nur unter bestimmten, stark einschränkenden Bedingungen gezielt ins Ausland reisen, um dort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei der ambulanten ärztlichen Versorgung führt dies in der Regel zu einem Teilverzicht auf Versicherungs­leistungen. Im Krankenhaus­bereich ist bei einer Auslandsbehandlung sogar vorab eine Genehmigung der Krankenver­sicher­er einzuholen, will man als Patient nicht auf sämtliche Leistungsansprüche gegen seine Versicherung verzichten.

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